Bewegungsanalyse

In einer ausführlichen Bewegungsanalyse an der Hand und der Longe,  gegebenenfalls auch unter dem Reiter, betrachte ich das Pferd auf unphysiologische, verbrauchende Bewegungsmuster. Betrachtet werden bspw. die Symmetrie der Gliedmaßenführung und Fußung, die Losgelassenheit in Genick und Rücken sowie das Zusammenspiel von Vor- und Hinterhand. 
Ungleiche Bemuskelung, Verspannungen der Muskulatur und Faszien oder Kompensationshaltungen führen zu einem unharmonischen, asymmetrischen Bewegungsmuster. Neben einer Minderung der Bewegungsqualität haben diese immer auch eine unphysiologische Mehrbelastung bestimmter Strukturen zur Folge.

Muskelfunktionsanalyse

In einer eingehenden Adspektion und Palpation, d.h. einer genauen visuellen Betrachtung und einem sanften Abstreichen des Pferdekörpers mit den Händen, wird die Muskulatur des Pferdes hinsichtlich ihrer Trophik (Ausprägung) und ihres Tonus (Spannung) beurteilt. 
Die Ausprägung und Spannung bestimmter Kennmuskulatur lässt dabei einerseits auf kompensatorischer Bewegungsmuster, andererseits auf Strukturen schliessen, welche für eine gesunde Fortbewegung des Pferdes noch gekräftigt werden müssen. 
So verraten bspw. ein hypertropher und -toner M. latissimus dorsi und M. pectoralis profundus, oft bereits sichtbar durch ein rückständiges, innenrotiertes Vorderbein, dass das Pferd in der Bewegung nicht physiologisch über seinen Schwerpunkt rollt, sondern sich quasi vorwärts zieht. Ursache kann eine für die geforderte Versammlung noch zu schwache Hinterhand oder eine anders gelagerte Entlastung der Hinterhand sein.

Analyse der Gelenkfunktionalität

Durch genaues visuelles Beobachten, sanftes Abstreichen und energetische Techniken sowie in Deutschland durch eine genaue Beweglichkeitsanalyse wird jedes Gelenk auf seine individuelle Mobilität und Funktionalität betrachtet. Restriktionen in einem Gelenk ziehen immer einen Funktionalitätsverlust und ein kompensatorisches Bewegungsmuster nach sich. Neben einer Minderung der Bewegungsqualität hat dieses wiederum eine unphysiologische Mehrbelastung bestimmter Strukturen zur Folge. 

Überprüfung des Equipments 

Sattel und Zaumzeug, aber auch Longiergurt oder Decke, haben erheblichen Einfluss auf einen freien Bewegungsfluss des Pferdes. Zu enge Kopfeisen, Brückenbildung oder drückende Kissen des Sattels, ein scheuernder Gurt oder Decke oder ein unpassendes Gebiss oder unpassend verschnalltes Zaumzeug führen zu Schmerzen, Verspannungen und Abwehrreaktionen. 
Insbesondere der Sattel und das Zaumzeug und Gebiss werden daher genau hinsichtlich ihrer Passform überprüft. Bei Anzeichen auf ein Problem des Sattels bin ich Ihnen gerne bei der Suche nach einem entsprechend geschulten Kollegen behilflich.  

Harmonisierung

Aus den Beobachtungen der vorhergehenden Schritte ergibt sich ein Bild des Bewegungsmusters des Pferdes, der Spannungszustände in seinem Körper sowie etwaiger muskulärer Dysbalancen oder Kompensationshaltungen.
Einschränkungen und Ungleichgewichte, welche aus verspannter oder ungleich entwickelter Muskulatur resultieren, werden entsprechend ihrer Auswirkungen auf die Bewegung und das Wohlbefinden des Pferdes ausgeglichen.
In Deutschland erfolgt der Ausgleich durch Massage und Mobilisation sowie durch myofasziale und energetische Techniken. In Österreich erfolgt der Ausgleich aufgrund der gesetzlichen Richtlinien allein durch energetische Techniken. Durch die hohe Feinfühligkeit und Empfänglichkeit von Tieren stellt diese Art der Harmonisierung gegenüber den ’sichtbareren‘ Techniken jedoch nur eine minimale Einschränkung dar. 
Bei Einschränkungen oder Kompensationshaltungen, welche auf tieferliegende Probleme wie Lahmheiten oder Krankheiten, hindeuten, muss ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. 

Trainingsgestaltung

Die Harmonisierung der verspannten Strukturen eröffnet dem Pferdekörper den Weg aus alten Bewegungsmustern und verbrauchenden Kompensationshaltungen. Eine nachhaltige Veränderung seiner Bewegungsqualität ist allerdings nur durch ein individuelles und langfristig aufbauendes Training möglich. Ausgehend von den Beobachtungen zu Ihrem Pferd unterstütze ich Sie in der Auswahl geeigneter Übungen und deren Kombination zu einem individuellen Trainingsplan, mit dem ihr Pferd zu einer harmonischen und gleichmäßigen Muskulatur und einem schonenden, physiologischen Bewegungsmuster zurückfinden kann. 

Individuelle Betreuung

Eine individuelle und maßgeschneiderte Betreuung Ihres Pferdes und Ihnen als seiner Bezugspersonen sind mir in meiner Arbeit das Wichtigste. 

Neben den individuellen Bedürfnissen Ihres Pferdes berücksichtige ich Ihre reiterlichen und zeitlichen Möglichkeiten ebenso wie die vorhandene Trainings-Infrastruktur. Darauf abgestimmt unterstütze ich Sie in einem realisierbaren und alltagstauglichen Trainingsplan, welcher Ihr Pferd zu seiner Balance zurückfinden lässt.